Die Jahre 1989 bis 1991 im Harz

15,00 

Nach einem ersten, 2017 veröffentlichten Teil seiner biografischen Erinnerungen über „Bewegte Zeiten in zwei Gesellschaftssystemen – Naturschutz im Wandel“ legt Uwe Wegener, promovierter Landwirt, Wissenschaftler und professioneller Naturschützer, hiermit einen zweiten Teil über die Wendezeit vor. Uwe Wegener, Jahrgang 1941, hat die Wende sehr bewusst erlebt und kann die Zeit auf der Grundlage seiner DDR-Erfahrungen und der sich neu ergebenden Chancen sehr konkret einschätzen. Da mischen sich Enttäuschungen und Hoffnungen. Das anfängliche Ziel der Wende einer Reformierung und Demokratisierung des Sozialismus in der DDR wurde schnell von dem deutschen Einheitsstreben verdrängt. Die damit geweckten Hoffnungen überdeckte nach der Einheit die Politik der Treuhand. Es folgten Betriebsschließungen, Arbeitsplatz- und Eigentumsverluste, das soziale Gefüge der Gesellschaft im Osten löste sich auf. Massenabwanderung vor allem junger Menschen in den Westen auf der Suche nach Arbeit setzte ein.

Artikelnummer: 978-3-98870-081-0 Kategorie:

Beschreibung

Die Jahre 1989 bis 1991 im Harz

Rückblick und Vorausschau an Hand von „Wendesplittern“

Nach einem ersten, 2017 veröffentlichten Teil seiner biografischen Erinnerungen über „Bewegte Zeiten in zwei Gesellschaftssystemen – Naturschutz im Wandel“ legt Uwe Wegener, promovierter Landwirt, Wissenschaftler und professioneller Naturschützer, hiermit einen zweiten Teil über die Wendezeit vor. Uwe Wegener, Jahrgang 1941, hat die Wende sehr bewusst erlebt und kann die Zeit auf der Grundlage seiner DDR-Erfahrungen und der sich neu ergebenden Chancen sehr konkret einschätzen. Da mischen sich Enttäuschungen und Hoffnungen. Das anfängliche Ziel der Wende einer Reformierung und Demokratisierung des Sozialismus in der DDR wurde schnell von dem deutschen Einheitsstreben verdrängt. Die damit geweckten Hoffnungen überdeckte nach der Einheit die Politik der Treuhand. Es folgten Betriebsschließungen, Arbeitsplatz- und Eigentumsverluste, das soziale Gefüge der Gesellschaft im Osten löste sich auf. Massenabwanderung vor allem junger Menschen in den Westen auf der Suche nach Arbeit setzte ein.

Andererseits war das Jahr 1990 auch geprägt von sich öffnenden neuen Chancen. „Es galt, diese Zeit des „gerade offenen Zeitfensters“, den glücklichen Augenblick „Kairos“, eben zu nutzen.“ Und diese Chancen öffneten sich im beruflichen und Interessenumfeld für Uwe Wegener mit dem Nationalparkprogramm der DDR, im Rahmen dessen ein Nationalpark „Harz“ entstehen sollte. Das Thema Nationalparkgründung, seine Vorgeschichte und seine Vollendung beschreibt der Autor in diesem Buch. Sehr konkret und detailliert werden die Ausführungen der Schritte zum Nationalpark Harz beschrieben. Sie reichen vom Fall der Grenze, über der widerstrebenden Interessen nach Öffnung des Brockens bis zum Brockengarten. Die Idee der Entstehung eines Nationalparks im Harz fand im Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Wernigerode und in der Naturschutzverwaltung im Bezirk Magdeburg Unterstützung. Vor allem aber entstanden über den Naturwissenschaftlichen Verein Goslar mit Friedel Knolle und Herwig Zang und die sehr aktive Naturschutzorganisation BUND mit ihrer Kreisgruppe Goslar sehr schnell Kontakte zum Westharz. Der Blick richtete sich schon damals auf einen gemeinsamen Nationalpark im Harz. Gefestigt wurde die Nationalparkidee durch einen Informationsbesuch im Nationalpark Bayerischer Wald. Alle diese Aktivitäten begleitete eine umfangreiche und oft gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit in Ost und West – ein Novum im Harz, wie so vieles in dieser Zeit.

Die Erarbeitung der Nationalparkverordnung waren schwierig und standen durch den bevorstehenden Beitritt der DDR nach Artikel 23 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland zum 3. Oktober 1990 unter erheblichem zeitlichem Druck. Am 13. September kam dann der erlösende Anruf aus Berlin, dass der Ministerrat der DDR das Nationalparkprogramm einschließlich des Nationalparks Hochharz beschlossen hatte. Das Nationalparkprogramm fand Eingang in den Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik und war damit fortwirkendes Recht. Die Arbeit mit dem Nationalpark konnte nun beginnen, zu der Uwe Wegener bis zu seinem Ruhestand als wissenschaftlicher Leiter der Nationalparkleitung wesentlich beitrug. Darüber hinaus ist der bis heute für diese Sache aktiv – so als Vorsitzender des Nationalpark-Beirats und auch als Vorstandsmitglied der Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e. V.

Es ist gut, solche Erinnerungen zu veröffentlichen, denn in der Tat wissen die heute 30 oder 40 Jahre alten Väter und Mütter kaum etwas über diese Zeit und noch weniger über die 40 Jahre in der DDR. Es ist nicht nur das Verdienst, das sich Uwe Wegener um die Gründung, den Aufbau und die Entwicklung des Nationalparks Hochharz/Harz erworben hat, sondern auch das Bemühen darum, mit seinen Veröffentlichungen authentische Berichte über das Zeitgeschehen vor allem 1989/1990 zu geben. Diese Berichte sind facettenreich, objektiv und spannend zu lesen.

Lutz Reichhoff

Rezensionen

Es gibt noch keine Rezensionen.

Nur angemeldete Kunden, die dieses Produkt gekauft haben, dürfen eine Rezension abgeben.

Vertrag widerrufen